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Angewandte
Pflanzenbiologie

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CH-4124 Schönenbuch

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Triebwachstum

Das Triebwachstum der Bäume reagiert empfindlich auf Umwelteinflüsse. Wir messen das Triebwachstum rückwirkend an den alle vier Jahre mit einem Helikopter geernteten Ästen. Die Blätter werden für die Nährstoffanalyse gebraucht.

Gipfeltriebernte Gipfeltriebernte
   Gipfeltriebernte mit dem Helikopter.

Bei Buchen, Fichten und Eichen stellen wir eine Beziehung zwischen dem Triebwachstum und den Umweltfaktoren Bodenversauerung, Stickstoffdeposition Trockenheit und Ozonbelastung fest.
Die Reaktion auf Trockenheit ist eine starke Wachstumsreduktion, bei den Buchen allerdings in der Regel ein Jahr nach dem Trockenereignis: Nach den trockenen Sommern 2003 und 2011 beobachteten wir bei den Buchen 2004 und 2012 ein deutlich gehemmtes Triebwachstum, während die Fichten bereits im Trockenjahr ein vermindertes Triebwachstum zeigten.

Triebwachstum Buchen und Fichten    Triebwachstum Eichen
  Triebwachstum bei Buchen und Fichten (links) und bei den Eichen rechts. Bei den Buchen und Fichten ist die
  Entwicklung alterskorrigert, bei den Eichen ist die Reihe für eine solche Korrektur noch zu kurz.

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Fruktifikation

Bei der Buche hat die Fruchtbildung in den letzten 30 Jahren stark zugenommen, sowohl in der Häufigkeit von Mastjahren als auch in der Menge der gebildeten Früchte. 2011 war ein absolutes Rekordjahr, nur zwei Jahre nach dem letzten starken Mastjahr und 2014 erneut gefolgt von einem Jahr mit sehr starker Fruchtbildung. Die Fruchtbildung bei der Buche steht mit der Witterung in den beiden Vorjahren in Zusammenhang. Ein warmer Frühsommer im Vorjahr (Mitte Juni bis anfangs Juli) führt zu einer deutlich gesteigerten Bildung von Blütenknospen.

Fruchtbehang
  Fruchtbehang bei den Buchen. Die gestrichelte Linie entspricht
  einer Definition für ein Mastjahr (150 Früchte/m2) aus der forstlichen Praxis.

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Stammzuwachs

Der Stammzuwachs ist eine wichtige forstliche Grösse und auch ein Mass für die Wirkung von Umwelteinflüssen auf den Wald. Wir messen den Stammdurchmesser der Bäume alle vier Jahre an markierten Stellen mit einer Millimeterkluppe. Die Differenz der Messwerte ergibt den Stammzuwachs. Zusätzlich werden an Stammscheiben, die bei standardmässigen Durchforstungen anfallen, die Jahrringe gezählt und vermessen.

Zuwachsmessung mit der KluppeStammscheiben mit Jahrringen Stammscheiben Fichte
  Links: Messung des Stammzuwachses in den Dauerbeobachtungsflächen mit einer Kluppe.
  Mitte: Stammscheiben für die Jahrringanalyse.
  Rechts: Stammscheibe einer Fichte mit sichtbaren Jahrringen.

Der Stammzuwachs weist bei der Buche insgesamt über den beobachteten Zeitraum eine deutliche Abnahme auf, während bei den Fichten nach einem abnehmenden Trend bis 2011 eine Erholung zu beobachten ist. Anhand einer epidemiologischen Auswertung der Daten können wir Zusammenhänge zwischen Stammzuwachs und Belastungsfaktoren wie z.B. Stickstoffdeposition, Bodenversauerung, Ozon oder Nährstoffmangel beobachten. Bei den Buchen steht die Wachstumsabnahme wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Phosphorversorgung, die im gleichen Zeitraum ebenfalls deutlich abgenommen hat. Stickstoffeintrag fördert zwar das Wachstum, aber nur im Bereich geringer Einträge. Bei den Buchen ist die Beziehung zwischen Zuwachs und Stickstoffdeposition deutlich nichtlinear.

Zuwachsmessung mit der Kluppe    Stammscheiben mit Jahrringen
  Zeitlicher Verlauf des Grundflächenzuwachses bei Buchen (links) und Fichten (rechts).

Zuwachsmessung mit der Kluppe
  Der Grundflächenzuwachs der Buchen steigt mit zunehmender
  Stickstoffdeposition bis etwa 24-27 kg N /ha/a und nimmt
  danach deutlich ab.